Mit Brahms und Mozart im Kreissaal: Berichte aus dem Wartezimmer

Gibt es eigentlich Studien, die belegen, dass Föten und Embryos auf klassische Musik stehen? Anscheinend. Denn im Wartezimmer zur pränatalen Nackenfaltenuntersuchung erklingt die Musik aus vollem Lautsprecher. Dabei wird das Frustrations- und Aggressionspotential der Mütter vollkommen außer Acht gelassen! Grrrrrr … Wenn ich jetzt noch ein Brahms oder Mozart Klavierkonzert höre, dann kotze ich! Dabei ist die morgendliche Übelkeit doch schon längst vorbei.

O.K: Es geht noch schlimmer. Opern und Bläser, na wunderbar. Ich weiß nicht warum man davon ausgeht, dass

  • werdende Mütter mehr Zeit als andere Menschen haben (das Wartezimmer ist proppenvoll). Seufz … Dabei bin ich doch jetzt am Ende des ersten Drittels wieder superagil, verdammt und vertrödle hier meine Zeit … na toll!
  • klassische Musik die Gemüter beruhigt.

Ich jedenfalls werde immer quängeliger.

Gott sei Dank … Nachrichten … und Werbung für eine Fliesenausstellung. Warum die ausgerechnet Werbung in einem Klassikradio machen? Da spricht die Marketingfachfrau in mir. Also werdende Mütter sind bestimmt nicht deren Zielgruppe.

Auch auf das motzende Kleinkind draußen wirkt die Musikauswahl nicht beruhigend … ich sollte mich verbünden. Allerdings kann ich quängelnde Quälgeister nicht leiden. Deshalb bin ich ja auch im Wartezimmer für Pränatalmedizin und nicht beim Kinderarzt –  noch nicht – Gott sei Dank.

Oder eher – verdammt warum ist das Wunder/Abenteuer Geburt nicht schon vorbei! Die Panik steht mir jetzt schon ins Gesicht geschrieben. ICH, die nicht mal Schwarzwaldklinik im Fernsehen sehen kann, geschweige denn ER. Auch nicht mit George Cloony! soll ein Kind zur Welt bringen? Die ganzen Schwangeren um mich herum führen mir das unmittelbar vors Auge. Duudle, duudle (klarinettl, klarinettl …) wah …

Gott sei Dank ich muss zum Blut abnehmen! Und es ist unglaublich … selbst beim Frauenarzt wird man zum Shoppen animiert.

„Wollen Sie auch gleich eine Extra Untersuchung obendrauf um festzustellen, ob Sie an Schwangerschaftsvergiftung leiden?“

Bitte waaaaas? Leichte Panik macht sich breit … na der Fuffi mehr macht das Kraut auch nicht mehr fett. Beim Chiropraktiker habe ich schon mehr Geld ausgegeben und für mein Auto, meine Fahrrad, meine Bücher … Aber ich bin – bis auf dass ich Erstgebärende bin – absolut nicht die Risikozielgruppe. Gut, ich gehe davon aus ich bin nicht schwangerschaftsvergiftet. Und unterdrücke meine leichte Panik. Hm, ich hatte schon ein bisschen Halsweh die letzten Tage, aber Vergiftung? Sogar mein Iodwerte waren in Ordnung. Also entscheide ich mich fürs Sparprogramm mit 200 Euro.

1:10 Minuten später … die Untersuchung lässt auf sich warten. Und die fröhlichen Klassiker geigen immer noch vor sich hin … na ich gebe zu Sepultura würde meine Laune nicht verbessern. Also bleibt mir nur zu hoffen, dass mein Fötus die Behandlung unbeschadet überlebt 😉 Ich wende mich jetzt mal meinen Arbeitsunterlagen zu und freue mich auf die Untersuchung … wahrscheinlich werde ich beim Kinderarzt ganz anders über diesen Nachmittag denken 😉 Aber so ist das eben … man ist nie zufrieden mit dem was man grad hat 😉

 

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